Hämodialyse

Das Verfahren zur Reinigung des Blutes von Abbauprodukten des Eiweißstoffwechsels mit Hilfe eines Apparates(künstliche Niere) bei Patienten mit schweren Funktionsstörungen oder totalem Funktionsverlust der Nierentätigkeit wird Diaylse genannt. Es gibt zwei Formen der Dialyse.

Die meisten Patienten in Deutschland werden mit der Hämodialyse behandelt.
Diese Dialyse dauert in der Regel vier bis sechs Stunden und muss mindestens dreimal in der Woche durchgeführt werden. Dabei wird das Blut des Patienten außerhalb des Körpers über ein Schlauchsystem zu einem Filter (Dialysator) geleitet, dort von Giften gereinigt und dann über eine Vene wieder zurückgeführt. Dies geschieht mit Hilfe einer Maschine, die den Blutfluss im Schlauchsystem durch Pumpen aufrecht erhält. Damit das eigene Blut im Schlauchsystem nicht gerinnt (verklumpt), wird es für die Dauer der Behandlung durch Zugabe gerinnungshemmender Mittel (Heparin) ungerinnbar gemacht. Die Heparingabe erfolgt über ein Schlauchsystem und wird durch eine Pumpe exakt gesteuert. Auch dies erfolgt über die Dialysemaschine. Der Dialysator ist das Kernstück der künstlichen Niere. In ihm fließt das Blut in haarfeinen Kunststoffröhren (Kapillaren), deren Wände aufgrund einer bestimmten Porengröße die Giftstoffe durchlassen. Die Kapillaren werden vom Dialysat umspült. Dialysat ist ein bakterien- und giftfreies Wassergemisch, hergestellt von der Dialysemaschine. Es enthält Mineralien, die genau auf das Blut abgestimmt sind. Das Dialysat strömt mit einem Fluss von ca. 500 ml/min im Dialysator an den Kapillaren vorbei. Während dieser einmaligen Passage nimmt es die Giftstoffe auf, die über die Poren der Kapillaren ins sogenannte "Waschwasser" übergehen. Der Blutfluss im Schlauchsystem und dem Dialysator beträgt ca. 200 bis 300 ml/min.

Eine solche Blutmenge kann man aus einer normalen Körpervene am Arm nicht entnehmen. Deshalb benötigt ein Patient an der Hämodialyse einen speziellen Gefäßzugang. Diesen nennt man eine Cimino-Fistel, nach dem Arzt (Herrn Cimino), der sie erfunden hat. Im Idealfall handelt es sich um eine nur Millimeter große Verbindungsbrücke zwischen einer Unterarmarterie und einer Unterarmvene. Diese kleine Operation wird vom Chirurgen meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sie beeinträchtigt die Funktion des Armes nicht. Die Venen sind die Blutgefäße, die Sie oft an Ihrem Arm sehen können und aus denen Ihr Arzt Blut abnimmt. Die Arterien sind die sogenannten "Pulsadern" an denen man den Puls zählen kann. Verbindet man nun über ein kleines etwa Stecknadelkopf großes Loch in den Wänden dieser Blutgefäße eine Arterie (sie hat einen hohen Druck= Blutdruck) mit einer Vene (sie hat einen niedrigen Druck und führt das Blut zum Herz zurück), so strömt Blut von der Arterie in die Vene. Hierdurch nimmt der Blutfluss in der Vene zu und dehnt diese auf. Sie kann dann leicht zu Dialysezwecken mit zwei Nadeln punktiert werden. Aus der einen Nadel wird dann kontinuierlich Blut abgenommen und über die Dialysemaschine zum Dialysator und zum Körper zurückgepumpt. Es wird ebenfalls kontinuierlich, da es sich ja um einen geschlossenen Blutkreislauf im Dialysesystem handelt, über die zweite Nadel in den Körper zurückgegeben. Wenn die körpereigenen Venen zu schlecht sind, kann man künstliche Gefäße zwischen den eigenen Gefäße verlegen. Während der Dialyse befinden sich etwa ständig 200 bis 300 ml Blut im Schlauchsystem und Dialysator. Da der Mensch mehrere Liter Blut hat, spielt diese kleine Menge keine Rolle. Bei der Hämodialyse wird jedoch nicht nur das Blut von Giftstoffen, die permanent durch den Stoffwechsel in unserem Körper anfallen, gereinigt, sondern es kann dem Körper auch Wasser entzogen werden. Da Patienten, die einer Dialyse bedürfen, nur noch wenig oder keinen Urin mehr produzieren sammelt sich alle Flüssigkeit, die diese Patienten trinken im Körper an. Würde man dieses Wasser nicht entfernen, käme es bei diesen Patienten zu einer Wasserüberladung. Sie würden im eigenen Wasser "ertrinken" bzw. bekämen keine Luft mehr.