Ernährung für Dialysepatienten

Mit Beginn der Dialysetherapie heißt die Empfehlung: viel Eiweiß, wenig trinken, salzarm, phosphatarm und kaliumarm zu essen.

Der Anteil der Kohlenhydrate sollte 40-50% der Gesamtenergie ausmachen. Zu der Gruppe gehören Zucker, Brot, Reis, Nudeln und alle Getreidearten. Kohlenhydrate sind in erster Linie die energiereichsten Nahrungsmittel.

Sie sollten statt tierische eher pflanzliche Fette zum zubereiten Ihrer Speisen verwenden. Dazu zählen Sonnenblumen, Distelöl oder andere kalt gepresste Pflanzenöle.

Es gibt keine einheitliche Diät für Dialysepatienten. Die Diät müssen Sie für sich selber finden bzw. nach Laborwerten abhängig entscheiden.

Eiweiß: 10-15%
Fette: 35%
Kohlenhydrate: 50%

Eiweiß

Eiweiß ist enthalten in:

Fleisch, Fisch, Milch, Quark, Käse, Ei.

Bei Mangelerscheinung kommt es zu:

Wassereinlagerung Immunschwäche Muskelschwäche Leistungsabbau.

Phosphat

Phosphatzufuhr steht im engen Zusammenhang mit der Eiweißzufuhr, d.h. eiweißreiche Nahrungsmittel enthalten auch viel Phosphat. Da sie jedoch viel Eiweiß benötigen, kann die Phosphatzufuhr nur eingeschränkt reduziert werden.

Phosphat ist enthalten in:

Knäckebrot, Käse, Nüsse, Wurst, Müsli, Schmelzkäse, Innereien, Cola, Eigelb, Pudding, Hülsenfrüchte, Reis, Vollkornbrot, Fertiggerichte.

Bei erhöhtem Phosphat kommt es zu:

Juckreiz, Knochen- und Gelenkschmerzen, Scheingicht, Unruhe, Schlafstörung, Gefäßschäden.

Trinkmilch und Kondesmilch sollte durch Sahne ersetzt werden, wobei die Sahne je nach Verwndungszweck mit Wasser verdünnt wird!

Tauschen Sie die Milch (enthält viel Phosphat) gegen ein ?Wasser-Sahne-Gemisch? aus!

250 ml Milch: Eiweiß 8g Phosphat 19%

250 ml Wasser-Sahne-Gemisch: Eiweiß: 1g Phosphat: 3%

Kalium

Kalium wird ebenso wie Phosphat über die Nieren ausgeschieden und sollte sich im Blut nicht zu sehr vermehren.

Kalium ist enthalten in:

Rosinen, Walnüsse, Kohl, Obst, (Bananen, Kiwi, Orangen, Apfel, Honigmelone), Fisch, Fleisch, Kartoffeln (viel in Pellkartoffeln), Pilze, Müsli, Haferflocken, Trockenobst, Fertiggerichte.

Ausdrücklich sei auf die Verwendung von Diätsalzen hingewiesen, die oft sehr hohe Kaliummengen enthalten.

Empfehlung:

Kartoffeln und Gemüse gut wässern, Wasser abgießen (sehr Kalium reich)

Neues Wasser zum Kochen verwenden Kartoffel in Scheiben schneiden, gut wässern und sofort kochen.

Bestimmte Obstsorten (Pfirsiche, Mandarinen, Aprikosen), Gemüse und Pilze lieber aus der Dose oder Tiefkühlkost verwenden.

Saft bzw. Auftauwasser nicht verwenden.

Statt 1 Orange lieber 2-3 Clementinen essen.

Statt 1 gr. Tomate 2-3 Cerrytomaten

Statt 1 gr. Apfel 100g Weintrauben oder Heidelbeeren Apfelsaft mit Mineralwasser strecken. (Apfelschorle)

Marmeladen lieber industriell gefertigte essen, als selbst gemachte Marmelade.

Gemüse klein schneiden vor dem kochen.

Für die Zubereitung von Kartoffelpüree, Kuchen oder Pudding Wasser-Sahne-Gemisch (2:1) anstatt Milch.

Obstkompott lieber als frisches Obst

Wässern = ca. 15-30% weniger Kalium als Frischgemüse (24 Stunden in der 10fachen Menge Wasser)

Obst aus der Konserve/Glas (ohne Saft) = ca. 30 bis 50% weniger Kalium als Frischobst

Tiefgekühltes Gemüse = ca. 30% weniger Kalium als Frischgemüse (vor der Verwendung auftauen und abtropfen lassen)

Kochen = ca. 30 bis 50% weniger Kalium als Frischgemüse (klein schneiden, in mind. Der 5fachen Menge Wasser kochen)

Bei erhöhten Kalium kommt es zu:

Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen, Lähmung, Metallartiger Geschmack

Flüssigkeit

Flüssigkeitsaufnahme = 500 bis 800 ml + Restausscheidung

Bei Durst: Eiswürfel, Obstkerne bzw. gefrorene Obststücke lutschen.

Den Mund mit Wasser ausspülen
In Zitronenscheibe beißen (Bitterstoffe regen Mundspeichelfluss an)
Kaugummi, Gummibärchen, Saure Drops (ohne Zucker)
Bittergetränke (Bitter Lemon, Tee und Zitrone)
Um Durst nicht mehr zu steigern, sollten sie salzarm essen (statt Salz werden frische Kräuter und Gemüse verwendet).