Anatomie der Niere

Die menschliche Niere liegt in der Lendengegend beiderseits der Wirbelsäule hinter der Bauchhöhle. Die rechte Niere liegt etwas tiefer als die linke Niere, unterhalb der Leber. Sie ist deshalb etwas kleiner. Die linke Niere liegt unterhalb der Milz. Der obere Nierenpol kann die 11. Rippe erreichen, der untere Nierenpol soll nicht unter den Beckenkamm absinken. Die Organe sind bohnenförmig und haben eine Länge von 10 bis 12 cm. Die Masse variiert zwischen 120 und 200 g. In 24 Stunden fließen etwa 1500 l Blut durch die Nieren.

Aufgaben:

  • Reinigung des Blutes von Abfallstoffen, die durch Stoffwechselvorgänge entstehen, z.B. Harnsäure, Harnstoff
  • Regulation des Säure-Basen-Haushalts des Körpers (der pH-Wert des Blutes darf nur in sehr engen Grenzen schwanken, ansonsten wird es sauer oder alkalisch, was letztlich zum Tod führt)
  • reguliert den Gehalt an Körpersalzen (Natrium, Kalium, Calcium)
  • reguliert den Blutdruck
  • ist durch die Bildung des Hormons Erythropoetin an der Blutneubildung beteiligt
  • ist am Vitamin-D-Stoffwechsel beteiligt
  • reguliert den Wasserhaushalt des Körpers

Die Funktion der Niere kann anhand der Urinmenge, der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kalium) im Blut abgeschätzt werden. Eine schwere Schädigung der Nieren hat andererseits Störungen der Blutdruck- und Hormonregulation des Organismus zur Folge. Es kommt zu renaler Hypertonie, renalem Vitamin D-Mangel und sekundärem Hyperparathyreodismus, bei schwerer chronischer Niereninsuffizienz zum urämischen Syndrom mit Organschäden sowie Juckreiz. Die Schädigungen können evtl. durch salz- und eiweißarme Ernährung, verbunden mit größeren Trinkmengen verlangsamt werden. Ansonsten wird eine Dialysetherapie notwendig.